Just-Like-A-Woman

18.07.2006 - Auch das noch.........

Es nimmt kein Ende. Meine Pechsträhne hat im März 2005 begonnen und scheint kontinuierlich anzuhalten. Dabei dachte ich, sie ist endlich vorbei. Neue Liebe (wenn auch reichlich kompliziert), neuen Job (nach nur 2,5 Monaten Arbeitslosigkeit), aber offensichtlich bin ich von einer höheren Macht dazu bestimmt worden, permanent daneben zu greifen.

 

Ich arbeite jetzt seit fast 2 Monaten bei der neuen Firma. Der Job ist OK. Ist zwar eine komplett neue Branche, aber ich habe mich ganz gut eingearbeitet. Es gibt nur ein Problem: die Firma hat finanzielle Probleme. Ich habe noch kein Gehalt bekommen für die Zeit. Und ich merke langsam, dass es knapp wird - verdammt knapp.

 

Da ich von der vorherigen Firma noch 3 Monatsgehälter zu bekommen habe (der Himmel weiss, wann das mal passieren wird), habe ich im Prinzip seit Dezember letzten Jahres keinen Zahlungseingang mehr zu verbuchen ausser den 2,5 Monatsgehältern des Arbeitsamtes. Dass das nicht unbedingt die Welt ist, muss ich nicht betonen. Zum Glück hatte ich Ersparnisse, von denen ich leben konnte. Aber die sind mittlerweile auch verbraucht. Und nun? Kündigen kann ich nicht, da dass eine Sperre beim Arbeitsamt bedeuten würde - trotz der genannten Umstände. Also was bleibt mir anderes übrig als weiterhin ohne Entlohnung zu arbeiten? Nichts!

 

Klar, ich kann mich anderweitig bewerben. Aber wie jeder weiss, ist das heutzutage nicht so einfach. Ich habe ja vor Kurzem erst gemerkt, wie wenig Stellen es gibt, auf die ich mich bewerben kann. Deshalb war ich ja so froh, nach so kurzer Zeit einen neuen Job gefunden zu haben.

 

Aber es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als wieder mal verzweifelt die freien Stellen im gesamten Bundesgebiet zu durchstöbern. Nur wovon lebe ich in der Zwischenzeit? Luft alleine reicht nicht.

 

Wirklich toll. Ich habe keinen Bock mehr.

Kommentare (0) :: Permanenter Link

16.07.2006 - The same procedure........

Fast schon mechanisch mach ich die Betten, wenn er weg ist. Alle zwei Wochen dasselbe. Derselbe Ablauf. Ich gehe durch die Zimmer, sehe mir die Stellen an, an denen kurz vorher noch seine Sachen lagen.

 

Die leere Stelle im Badezimmerschrank, wo kurz vorher noch sein Kulturbeutel stand. Der Schrank im Schlafzimmer, auf dem seine Tasche stand. Mein Stepper im Wohnzimmer, der ihm immer als Kleiderständer dient.......

 

Es ist bedrückend. Und nichts kann ablenken. Weil es einfach so niederschmetternd ist, festzustellen, dass man jetzt wieder alleine ist - bis zum nächsten Wochenende in zwei Wochen (sofern nichts dazwischen kommt).

 

Anfangs dachte ich, dass ist ok. Nach 5 Jahren Singledasein ist es sowieso nicht so einfach, sich wieder auf einen Menschen einzustellen. Da ist diese räumliche Trennung von fast 300 km ganz gut. Aber ich merke, dass ich mich getäuscht habe. Ich merke, dass ich mehr möchte.

 

Die Einsamkeit erdrückt mich jedes Mal, wenn er weg ist. Ich habe einen Horror davor, gleich schlafen zu gehen. Es liegt niemand neben mir. Und ich denke mit Grauen daran, morgen früh alleine aufzustehen.

 

Dabei ist es ja nicht so, dass wir in den paar Stunden, die wir dann haben, permanent etwas unternehmen oder reden. Im Gegenteil .... wir können wunderbar zusammen schweigen. Er sitzt vor dem PC, ich liege auf dem Sofa und höre Musik. Er schaut sich eine Sendung im Fernsehen an, ich döse vor mich hin oder mache was zu essen.

 

Am schönsten ist immer der Anfang des Tages. Wir sind beide sehr früh wach und können dann noch stundenlang schweigend und händchenhaltend im Bett liegen und Musik hören. Hört sich an wie ein Traum? IST ein Traum. Zumindest für mich.

 

Ich konnte noch nie so gut mit einem Menschen schweigen. Dieses stille Einvernehmen.......

Wobei wir auch mal debattieren können. Er schafft es immer wieder, mich zu ärgern. Wobei das nur Spaß ist und ich das auch so auffasse. Wir lachen zusammen, wir sind ernst zusammen.

 

Aber ich weiss auch, dass das alles nur eine Frage der Zeit ist und dass dieser Zustand mal vorbei sein wird. Er hat mir von Anfang an gesagt, dass er beziehungsunfähig ist und keine Beziehung in dem Sinne eingehen wird. Das heisst im Klartext, ich kann meine geheimen Träume von einem Zusammenleben in ferner Zukunft begraben. Und mit Zusammenleben meine ich nicht einmal eine gemeinsame Wohnung. Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass das wunderbar klappt, da wir beide oft unsere Ruhe brauchen und das auch wissen und akzeptieren.

 

Er spricht manchmal von einem gemeinsamen Urlaub, er spricht von einem Job für mich in seiner Nähe ...... und doch habe ich momentan das Gefühl, dass er sich innerlich von mir entfernt. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass er momentan Probleme und Sorgen hat sein privates Umfeld betreffend.

 

Aber der momentane Zustand zerrt immer mehr an meinen Nerven. Ich bin unausgeglichen und oft schlecht gelaunt oder traurig. Und das Schlimmste ist, dass ich nicht mit ihm darüber reden kann. Er würde es nicht verstehen. Wahrscheinlich würde ich ihn dann noch schneller in die Flucht schlagen. Müsste er doch Angst haben, dass sein Eremitentum in Gefahr ist. Also muss ich so tun, als würde mir das alles nichts ausmachen. Wobei ich ihm schon mal geschrieben habe, dass ich ihn vermisse. Aber in einem lockeren Ton, der nicht vermuten lässt, wie es wirklich in mir aussieht. Aber soll ich ihm die Ohren vorjammern? Er hat auch ohne meine Probleme schon genug am Hals.

 

Ausserdem habe ich ja eigentlich keinen Grund zu jammern. Ich habe mehr, als ich die ganzen letzten Jahre hatte. Aber anstatt mich darüber zu freuen, verzweifel ich daran. Wie soll ein anderer das verstehen, wenn nicht mal ich es kann?

 

Ich konnte einige Jahre sehr gut alleine sein. Ich habe es genossen und es hat Spaß gemacht. Aber das letzte Jahr wurde doch schon sehr schwierig. Ich habe deutlich gemerkt, dass ich nicht dazu geboren bin, mein Leben alleine zu gestalten. Mir fehlt jemand an meiner Seite. Der mit mir zankt, der mich liebt, der mit mir lacht und der mit mir schweigt.

 

Wenigstens habe ich jetzt ab und zu so jemanden um mich. Allerdings habe ich dieses Mal deutlich gemerkt, dass ich es nicht geniessen kann. Dass ich bei seiner Ankunft schon daran denke, das er einige Stunden später wieder wegfährt. Das trübt meine Stimmung doch deutlich.

 

Aber wie soll das weitergehen? Was soll ich machen? Soll ich alles beenden, bevor es noch schlimmer wird? Soll ich die Stunden so lange wie möglich geniessen? Oder soll ich hoffen, dass vielleicht doch alles ganz anders kommt als ich es vermute?

 

So habe ich wenigstens ab und zu etwas, auf das ich mich freuen kann. Auch wenn diese Wochenenden immer viel zu schnell vorbei gehen. Hätte ich diese Stunden nicht, würde ich - wie im letzten Jahr - jedes Wochenende heulend vor dem PC sitzen und mit mir und meinem Schicksal hadern. Und ich müsste mir permanent die Aussagen der Menschen in meinem Umfeld anhören "Du musst mal raus, unter Leute". Super. Ich will nicht raus. Ich will nicht unter fremde Leute. Was soll ich da? Das bedrückt mich noch mehr und meine Laune sinkt erst recht in den Keller. Aber das kann keiner verstehen.

 

Wieso ist immer alles so kompliziert?

 

 

 

Kommentare (0) :: Permanenter Link

13.07.2006 - Sinnlos.........

"Wenn andere Beweise dafür fehlten, dass Wahrheit stets unglücklich ist, genügte es dann nicht, zu sehen, dass Menschen von tiefer Empfindung, Einbildungskraft und Charakter, welche die Dinge nicht oberflächlich auffassen können und über jeden Vorfall in ihrem Leben zu grübeln pflegen, immer und unwiderstehlich dahin gebracht werden, dass sie unglücklich sind? Daher kann ein empfindsamer junger Mensch, wie erfreulich seine Lebensumstände auch sein mögen, unzweifelhaft vorauswissen, dass er früher oder später unglücklich sein wird, oder erraten, dass er's schon ist".

Giacomo Leopardi

 

Dieser Aphorismus hat mich, als ich ihn seinerzeit gelesen habe, sehr berührt. Und er begleitet mich seitdem tagtäglich. Einer der wenigen, in denen ich sehr viel traurige Wahrheit sehe. Der für mich das widerspiegelt, was man im allgemeinen "Leben" nennt.

 

Ist es nicht tatsächlich so, dass wir im Laufe unseres Lebens aufgrund schmerzhafter Erfahrungen mehr und mehr unglücklich werden? Dass sich die Schmerzen, die wir ertragen mussten irgendwann zu einem Berg auftürmen, den wir nicht mehr verarbeiten können? Der sich in unserer Seele festbrennt wie eine immer währende und nie verglühende Flamme? Und so sehr wir diese Flamme auch löschen wollen, es gelingt nicht. Weil die Flamme täglich neue Nahrung bekommt. Weil wir aufgrund der vorhandenen langjährigen Schmerzen nicht mehr in der Lage sind, neue Schmerzen zu verhindern oder zu verarbeiten?

 

Ich frage mich oft, warum wir das müssen. Wer hat bestimmt, dass wir auf dieser Welt sind und leben müssen? Was haben wir denn so schreckliches verbrochen, dass man uns diese Bürde auferlegt hat? Wir weinen, wir leiden, wir schreien ...... aber es interessiert keinen. Weil jeder mit seiner eigenen Bürde beschäftigt ist.

 

Es gilt zu leben, und den persönlichen Schaden so gering wie möglich zu halten, um dann irgendwann mal - früher oder später - endlich gehen zu dürfen. Wozu das alles? 

Kommentare (1) :: Permanenter Link

12.07.2006 - Aller Anfang ist schwer

Was macht Frau, wenn sie gerade nichts mit sich anzufangen weiss? Wenn sie gerne ein Log führen möchte, in dem Sie ihre Höhen und Tiefen niederschreiben kann? Sie eröffnet ein Solches. Und nach mehrfachem vergeblichen Bemühen, rechts oben in die Ecke ein Bild reinzusetzen, gibt sie es auf und denkt sich:"Dann eben nicht"!!!!

 

Tja, da bin ich nun. Da mein Seelenleben heute mal relativ ausgeglichen ist, werde ich mich meinem Cocktail widmen und den Feierabend geniessen. Ich weiss ja, dass es Tage geben wird, an denen ich die Möglichlichkeit, meinen Frust von der Seele zu schreiben oder irgendwelchen Unsinn von mir zu geben, voll und ganz ausschöpfen werde.

 

Also verziehe ich mich auf mein Sofa und geniesse dazu Musik von Leonhard Cohen.

 

So long.......

Kommentare (0) :: Permanenter Link

Über mich

Himmelhochjauchzend - zu Tode betrübt. Das Auf und Ab einer Frau, die manchmal selber nicht weiss, wer Sie ist und was Sie eigentlich will! Mal das heulende Elend - mal frech, mal humorvoll und mal herausfordernd.

Links

Startseite
Profil
Archiv
Hol dir auch ein Blog - kostenlos bei BlogYa.de - Für die Inhalte sind ausschließlich die jeweiligen Nutzer verantwortlich.

Casino Spiele  Online Blackjack Spielen  Online-Casino  Spielautomaten online spielen